SAPIR schnellste audio-visuelle P2P-Suchmaschine

Multimedia- und gleichzeitig textbasierte Suchergebnisse sind möglich

Sucht man heute Multimedia-Dateien im Internet, führt der erste Weg meist zu der bekanntesten Suchmaschine Google aber auch zu Yahoo oder Live Search. Diese und die meisten anderen Suchmaschinen finden die gesuchten Websites, Dokumente, Bilder und sonstige Informationen mit Hilfe der Meta Tags. Die meisten Meta Tags befinden sich für den User unsichtbar im Head der Programmierung der Website. Für Bilder gibt es ein spezielles Alt-Tag womit der Inhalt der Bilder beschrieben wird. Suchmaschinen lesen diese Inhaltsbeschreibungen der Meta Tags in regelmäßigen Zeitabständen aus und erfassen diese in einem zentralen Index.

Die SAPIR-Suchmaschine arbeitet nach einem völlig neuen Konzept. Die Suchmaschine SAPIR ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt der Forscher des Max-Planck-Instituts für Informatik unter der Leitung von IBM Research Haifa. Mit SAPIR (search on audio-visual content using Peer-to-Peer Information Retrieval) wurde eine Suchmaschine entwickelt, mit der Multimedia-Dateien mit der Hilfe von Beispieldaten anstatt Beschreibungen in Wortform gefunden werden sollen.

Mit diesem völlig neuen Ansatz soll es fortan bereits ausreichen eine Melodie einfach zu summen um ein Lied im Internet zu finden. Die SAPIR - Suchmaschine durchsucht die tatsächlichen Merkmale der Daten und vergleicht sie mit den Beispieldaten. Werden vergleichbare Daten gefunden, werden sie als Suchergebnisse ausgegeben. Zudem soll das neue Suchverfahren auch mit der herkömmlichen texbasierten Suche kombiniert werden um auch weiterhin Informationen anhand eines Suchbegriffes zu finden. Bauwerke uvm. sollen so über ihren Namen aber eben auch über ein Foto gefunden werden können.

Um im Vergleich zu den anderen Suchmaschinen nicht an Schnelligkeit einzubüßen, macht sich die SAPIR-Suchmaschine die Vorteile der Peer-to-Peer (P2P) Technologie zu nutze. Hierbei wurde die sonst gängige Server/Client Rollenverteilung aufgehoben. Jeder Host kann dann gleichzeitig Server und auch Client sein. Mit Hilfe dieses Prinzips speichert SAPIR seinen Suchindex dezentral. Der Vorteil ist die höhere Sicherheit und gleichzeitige Flexibilität des Systems. Zudem kann es beliebig angepasst werden und so sogar Handys in das Netzwerk integrieren.

Erstmals ausprobieren kann man die neuartige P2P-Suchmaschine auf der CEBIT am Forschungsstand des Saarlandes. Am Beispiel von Bildern wird hier demonstriert, wie SAPIR funktioniert und wie beispielsweise ähnliche Bilder mit Hilfe von einem einzigen Referenz-Fotos gefunden werden können.

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