ICANN öffnet ihr System für frei gestaltbare Top-Level-Domain-Endungen
Frei wählbare Top-Level-Domain-Endungen und die daraus resultierenden Konsequenzen
Am 26. Juni 2008 war es soweit. Die ICANN beschloss in Paris frei wählbare Top-Level-Domain-Endungen neben den Standard Kürzeln wie .de, .com etc. zuzulassen. Eine weitere Neuerung ist die Zulassung nicht-romanischer Schriften wie Arabisch, Chinesisch oder Kyrillisch. Diese Entscheidung entstand letztendlich auch auf Druck von Russland. Hintergrund dieser Öffnung war die Befürchtung, dass Adressnamen in den nächsten fünf Jahren hätten knapp werden könnten. So ist diese Problematik gelöst und das Internet wird sicherlich flexibler und vielseitiger erscheinen. Doch die ICANN wird noch einige technische Hürden nehmen müssen. Dies hat natürlich seinen Preis. Man schätzt pro Domain-Endung Preise zwischen 100.000 – 500.000 Dollar um die Kosten zu decken. Das dürfte für den normalen Websitebesitzer uninteressant sein. Trotzdem wird erwartet, dass auf bestimmte Themenendungen wie z.B. .news, .sport usw. und regionale Endungen eine grosse Nachfrage entsteht. Um Spekulationsregistrierungen einzudämmen dürfen ab Mitte 2009 zuerst Städte, Gemeinden, Verbände, Markenbesitzer Domainregistrierungen vornehmen. Danach werden einige Unternehmen unnötige Top-Level-Endungen registrieren um so dem Markenmissbrauch vorzubeugen. Dadurch kommen auf Firmen und Markenbesitzer unnötige Kosten zu, die wieder erwirtschaftet werden müssen. Frühestens Ende 2009 sind Domainregistrierungen wie .ebay .pizza etc. möglich. Sicherlich wird die eine oder andere Top Level Domain mit populärer Endung registriert um später teuer weiterverkauft zu werden. ICANN versucht mit einem bestimmten Vergabeverfahren Spekulationen einzudämmen, z.B. ein Vorrecht von Firmen auf Endungen mit eigener Marke oder Namen. Es bleibt abzuwarten wie sich die Entscheidung der ICANN umsetzen lässt und welche Kosten letztendlich entstehen.
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